Karte: Schmerzverhalten zur Selbsteinschätzung
Wer an Schmerzen an Muskeln oder Gelenken leidet, kann mit der Einschätzung Hinweise erhalten, wie auf die Schmerzen reagiert werden sollte.
Die Karte kann zudem im unteren Bereich als PDF heruntergeladen werden.
Andreas erklärt's Dir!
Mit der Karte Schmerzverhalten erhältst du die Sicherheit, die du bei aufkommenden Schmerzen benötigst. Durch die Selbsteinschätzung hast du die Kontrolle und kannst angemessen reagieren sowie die richtige Entscheidung treffen. Im Video klären wir:
- Wie wird die Karte genutzt?
- Welche Ergebnisse sind zu erwarten?
- Was sagen die Ergebnisse aus?
Wie die Ergebnisse interpretiert werden
Bei der Einschätzung mit der Karte Schmerzverhalten gibt es grundsätzlich vier verschiedene Ergebnisse zu verstehen. Diese werden nachfolgend ausführlich für Dich dargestellt.
1
Der Schmerz bleibt gleich
2
Der Schmerz wird stärker
3
Der Schmerz wird weniger
4
Der Schmerz wird erst stärker und dann weniger
Noch unsicher?
Physiotherapeutische Einschätzung
Die Nutzung der Karte und eine Selbsteinschätzung erlöst KEINESWEGS die Beurteilung durch deinen Physiotherapeuten. Solltest du dir also weiterhin unsicher sein, buche unsere physiotherapeutische Einschätzung als tiefergehende Analyse, was dir konkret hilft.
Der Schmerz bleibt gleich
Der betroffene Körperbereich ist "nicht direkt kaputt". Allerdings ist der Körperbereich zurzeit sensibel gegenüber Bewegung.
Häufig entsteht diese Reaktion aufgrund ungewohnter Bewegungen.
Mit vielen und moderaten Wiederholungen der jeweiligen Bewegung lernt der Körper sich anzupassen und zu verändern.
So kann das Schmerzverhalten nachhaltig reduziert werden.
Der Schmerz wird stärker
Bei dieser Reaktion gibt dein Körper dir den Hinweis auf eine potentielle Gefahr bei Bewegung. Er sagt "heute lieber noch vorsichtig".
Entscheidend ist an diesem Punkt, die Bewegung leichter und sanfter zu gestalten. Reagiert Dein Körper erneut mit stärker werdenden Schmerzen, dann ist er heute noch nicht bereit.
Sollte sich bei leichteren und sanften Bewegungen eine Besserung einstellen, kann trotzdem langsam in die Bewegung gestartet werden.
Es gilt also herauszufinden, ab wann und wie intensiv mit Bewegung gestartet werden kann.
Der Schmerz wird weniger
Das ist das klare Zeichen deines Körpers für "Beweg dich! Das tut dir gut.".
Bei dieser Reaktion sollte unbedingt mit Bewegung fortgefahren werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen.
Ein klassisches Beispiel ist der Anlaufschmerz bei Arthrose, der nach ein paar Schritten verschwindet, da die Durchblutung gefördert wird und die Gelenkschmiere besser funktioniert.
Wichtig: Das Ausmaß und die Intensität der Bewegung gilt es individuell herauszufinden. Und daraufhin genau dort anzusetzen. Manche Personen reagieren schon bei 15 Wiederholungen, andere erst bei 75 oder mehr.
Der Schmerz wird erst stärker und dann weniger
Hier zeigt dein Körper zunächst eine Schutzreaktion gegenüber Bewegung. Dies tritt häufig auf, wenn Bewegung noch ungewohnt nach längerer Auszeit ist.
Ein passendes Beispiel sind Probleme an der Bandscheibe. Oder Muskeln, die aktuell eine Schutzspannung aufrecht erhalten. Morgens werden Schmerzen bei Bewegung sehr intensiv wahrgenommen, da die Bereiche entweder lange entlastet worden sind oder sich die Spannung kurzfristig erhöht.
Mit steigender Bewegungshäufigkeit wird der Schmerz dann weniger aufgrund der Stoffwechselaktivität und Regulierung der Spannung.